Arbeitsmedizinische Vorsorge (Betreuung)

Jeder Betrieb, der Arbetnehmer beschäftigt, muss eine sicherheitstechnische und betriebsärztliche Betreuung sicherstellen.

Die vielfältigen Gefährdungen der Gesundheit, denen Beschäftigte auch im Handwerk ausgesetzt sein können, verlangen nach geeigneten Maßnahmen der arbeitsmedizini-schen Vorsorge, um Beeinträchtigungen der Gesundheit rechtzeitig vorbeugen zu können. Die Arbeitsmedizinische Vorsorge ist für Beschäftigte vorgesehen, die am Arbeitsplatz bestimmten chemischen, physikalischen oder biologischen Einwirkungen ausgesetzt sein können oder die Tätigkeiten ausüben, die eine Gefährdung für sie oder Dritte mit sich bringen.

Der für diese Aufgaben bestellte Betriebsarzt hat die Aufgabe, den Unternehmer beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung in allen Fragen des Gesundheitsschutzes zu unterstützen. Als Unternehmer müssen Sie Ihre Mitarbeiter arbeitsmedizinisch betreuen lassen. Für diese arbeitsmedizinisch Betreuung sind Arbeitsmediziner bzw. Betriebsärzte zu beauftragend (gesetzlich geregelt im Arbeitssicherheitsgesetz). Diese Ärzte führen die Vorsorgeuntersuchungen durch und beraten den Unternehmer in allen Fragen des Gesundheitsschutzes. Dies gilt für alle Betriebe, in denen Versicherte ab einem Mitarbeiter beschäftigt sind!

Die Aufgaben des Betriebsarztes gliedern sich gem. ASiG in:

  • Beratung des Arbeitgebers in Fragen der Arbeitssicherheit, des Gesundheitsschutzes und der Ergonomie
  • Untersuchungen (Vorsorgeuntersuchungen), arbeitsmedizinische Beurteilung und Beratung der Arbeitnehmer sowie Erfassung und Auswertung der Ergebnisse
  • Begehungen der Betriebsstätte in regelmäßigen Abständen. Die hierbei erkannten Mängel sollten mit einem Maßnahmenprotokoll dem Unternehmer mitgeteilt werden
  • Mitwirkung bei der Einsatzplanung und Ausbildung der Ersthelfer inklusive der Kontrolle von Erste Hilfe Material wie Verbandskästen und Kennzeichnung
  • Mitwirkung bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung

Arbeitsmedizinische Vorsorge gehört zu den Maßnahmen, die aus der Gefährdungsbeurteilung abgeleitet wird. Je nach Gefährdung müssen Sie für Ihre Beschäftigten arbeitsmedizinische Vorsorge veranlassen oder ihnen anbieten. Es gibt drei Arten arbeitsmedizinischer Vorsorge: Pflichtvorsorge, Angebotsvorsorge und Wunschvorsorge. Während im Anhang der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge abschließende Kataloge für Pflicht- und Angebotsvorsorge aufgeführt sind, gibt es für Wunschvorsorge keine abschließende Auflistung. Den Anhang finden Sie unter folgendem link: https://www.gesetze-im-internet.de/arbmedvv/anhang.html
Pflichtvorsorge ist arbeitsmedizinische Vorsorge, die der Arbeitgeber bei bestimmten besonders gefährdenden Tätigkeiten zu veranlassen hat. Diese Tätigkeiten sind im Anhang der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge konkret aufgeführt. Der Arbeitgeber darf eine Tätigkeit nur ausüben lassen, wenn zuvor eine Pflichtvorsorge durchgeführt worden ist.
Angebotsvorsorge ist arbeitsmedizinische Vorsorge, die der Arbeitgeber den Beschäftigten bei bestimmten gefährdenden Tätigkeiten anzubieten hat. Diese Tätigkeiten sind ebenfalls im Anhang der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge konkret aufgeführt (siehe zuvor).
Wunschvorsorge ist arbeitsmedizinische Vorsorge, die der Arbeitgeber dem Beschäftigten über den Anhang der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge hinaus bei allen Tätigkeiten zu gewähren hat. Dieser Anspruch besteht nur dann nicht, wenn nicht mit einem Gesundheitsschaden zu rechnen ist.

Die Anforderungen an die Organisation der arbeitsmedizinischen Betreuung werden in der Unfallverhütungsvorschrift „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (DGUV Vorschrift 2) konkretisiert. Details und Hinweise, wie dies im Betrieb zu organisiert werden kann, finden Sie im Artikel Organisation Arbeitsschutz .
Arbeitsmediziner bieten Dienstleistung in lokalen Praxen an. Darüber hinaus gibt es größere Arbeitsmedizinische Dienste die überregional Dienstleistungen anbieten. Einige Berufsgenossenschaften bieten hierzu ebenfalls Dienstleistungen an, ob die für Sie zuständige Berufsgenossenschaft eine Dientsleistung anbietet können Sie auf der Internetseite der Berufsgenossenschaft nachprüfen. Mit der Durchführung der arbeitsmedizinischen Vorsorge dürfen nur Fachärztinnen oder Fachärzte für Arbeitsmedizin oder Ärztinnen oder Ärzte, die die Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin führen, beauftragt werden. 

Ein Muster für einen Vertrag mit einem Arbeitsmediziner ist mit dieser Datei hinterlegt.
Eine Sammlung Internetseiten zur Suche nach Arbeitsmedizinern finden Sie im Menüpunkt LINKS  [link auf Menüpunkt "Links"]