Richtiges Lüften im Kampf gegen Corona

"Richtiges Lüften ist auch im Herbst und Winter ein wichtiger Schutz, Luftreiniger können bei Bedarf das Lüften ersetzen"

Warum ist das Lüften so wichtig?
 

Nach aktuellen Erkenntnissen sind Aerosole der Hauptübertragungsweg des Corona-Virus. Aerosole sind feinste Partikel in der Luft, die beim Atmen, Sprechen, Husten oder Niesen ausgestoßen werden und an denen Viren anhaften können. Sie können über die Atemluft in die Atemwege anderer Personen gelangen oder über den Kontakt mit Oberflächen übertragen werden.

Insbesondere in geschlossenen Innenräumen können sie über einen längeren Zeitraum in der Luft verbleiben und stellen somit ein Infektionsrisiko dar. Hält man sich länger in einem schlecht oder nicht belüfteten Innenraum auf, verteilen sich die Aerosole im gesamten Raum und die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung erhöht sich.

Häufiges und richtiges Lüften kann helfen, ein Übertragungsrisiko durch an Aerosolen anhaftenden Krankheitserregern deutlich zu reduzieren und ist ein wichtiger Bestandteil des Infektionsschutzes.

Wie wird richtig gelüftet- und wann?
 
1. Die natürliche Lüftung mit Frischluft

Lüften Sie ihre Räume durch das Öffnen von Fenstern. Regelmäßige Lüftung über die gesamte Fensterfläche für 3 Minuten im Winter, 5 Minuten im Frühjahr sowie Herbst und ca. 10 Minuten im Sommer. Dabei ist die Stoßlüftung mit weit geöffneten Fenstern und am besten auch mit zusätzlich weit geöffneten Türen am effektivsten.

 

2. Die Technische Lüftung – Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen)

Wenn möglich, verzichten Sie bei RLT-Anlagen auf den Umluftbetrieb. Kann dieser nicht vermieden werden, sollten nach Möglichkeit höhere Filterstufen eingesetzt werden (z. B. von Klasse F7 auf F9), sofern technisch möglich können auch HEPA-Filter der Klassen H13 oder H14 verwendet werden.

Generell sollte darauf geachtet werden, dass sich möglichst wenige Personen gleichzeitig in einem Raum aufhalten. Kann eine hohe Belegungsdichte in Innenräumen nicht vermieden werden, ist eine Überprüfung der Luftqualität sinnvoll. Hierbei wird die CO2-Konzentration mithilfe von CO2-Messgeräten oder CO2-Ampeln gemessen.

 
Ein weiteres Hilfsmittel ist der Lüftungsrechner der BGN: https://www.bgn.de/lueftungsrechner/

 Was ist zu tun, wenn eine regemäßige Belüftung nicht möglich ist?
 

In diesem Fall bietet sich der Einsatz von Luftreinigern als Alternative zur Frischluft an.

Luftreiniger sollen Partikel und mikrobielle Kontaminationen aus der Luft entfernen und somit zu einer Verbesserung der Luftqualität beitragen. Es kann zwischen Filtration und einer Luftbehandlung auf Basis von z. B. Ozon, kaltem Plasma, Elektrofiltern, Ionisation oder UV-C-Strahlung unterschieden werden.

Von der BG werden zwei Methoden empfohlen:

Abscheidung von Partikeln an HEPA-Filtern, für Viren eignen sich im optimalen Einsatz die H14-Filter
UV-C-Strahlungseinheit zur Störung von Viren               

Neben der Filterwirkung müssen die Luftreiniger über einen sehr hohen Luftvolumenstrom verfügen. Der Luftvolumenstrom oder Luftdurchsatz gibt an wie viel Luft pro Stunde durch den Luftreiniger strömt.

Es wird empfohlen, dass die Raumluft sechsmal pro Stunde ausgetauscht werden sollte. Um dies zu erreichen wird der Luftdurchsatz des Gerätes individuell an die örtlichen Gegebenheiten, wie z.B. die Raumgröße, angepasst. Die Leistungsfähigkeit der Geräte ist sehr unterschiedlich. Generell sollten die Geräte zuverlässig Viren aus der Luft filtern oder deaktivieren sowie über ausreichend große Volumenströme verfügen. Bei Anschaffung eines mobilen Luftreinigers sind die Gegebenheiten vor Ort zu berücksichtigen.

Eine möglichst effektive Filterung der Raumluft wird erreicht, wenn der Raumluftreiniger mittig an der längsten Raumseite positioniert wird. Es ist wichtig, dass der Deckenbereich in Richtung der Ausströmung der gefilterten Luft nicht durch Objekte unterbrochen wird. Vor Inbetriebnahme eines Gerätes ist dies für jeden Raum individuell zu beurteilen.

Bei Raumluftreinigern mit HEPA-Filtern (H13 und H14) müssen die möglicherweise virenbelasteten Filter regelmäßig ausgetauscht werden. Beim Filterwechsel sollten mindestens Handschuhe und ein Atemschutz getragen werden, damit das kontaminierte Material nicht berührt oder eingeatmet wird. Die Filter müssen in fest verschlossenen Behältern oder Beuteln entsorgt werden.

Eine Luftreinigung auf der Basis von Ozon, kaltem Plasma, Elektrofiltern oder Ionisation ist nicht zu empfehlen, da unerwünschte Reaktionsprodukte freigesetzt werden können.